Adventskalender: OGLE-2005-BLG-390L b

3.Dezember, OGLE-2005-BLG-390L b

Ich habe zur Weihnachtszeit ein Adventskalender entworfen. Jeden Tag, bis Weihnachten, erscheint ein kurzer Beitrag über einen verrückten Exoplaneten. 24 von 2000 fremden Welten, die seit 1990 entdeckt wurden. Auf einigen regnet es Eisen, wüten Superstürme oder brechen Eisvulkane aus. Lange dachte man unser Sonnensystem wäre einzigartig. Nun wissen wir: Planeten sind überall! Nun suchen Astronomen den Jackpot. Sie suchen einen Planeten, der unserer eigenen Heimat ähnelt.

Vorallem überraschte Planetenjäger die unglaubliche Vielfalt der Exoplaneten. Der Himmel wurde neu entdeckt. Es gibt wesentlich mehr Planetenklassen als nur die unseres Sonnensystems:

Supererden

Supererden sind wie unsere Erde – nur größer. Sie sind das vielversprechenste Ziel der Astronomen, denn unter den Supererden könnten einige Paradise für Leben sein. Gesteinsplaneten, mit der Masse von Gasplaneten nennt man Mega – Erden.

Hot Jupiter

In unserem Sonnensystem befinden sich die Gasplaneten weit entfernt von der Sonne. Wir stellen da jedoch die Ausname. Die meisten Gasplaneten sind im Laufe der Zeit immer näher an ihren Heimatstern gewandert und haben sich dabei stetig aufgehitzt. Die Geburt eines Hot Jupiters.

Ozeanplaneten

Ozeanplaneten sind von einem globalen Ozean bedeckt. Es gibt keine Landmasse auf solchen Planeten.

Kohlenstoffplaneten

Unsere Erde besteht vor allem aus Silikaten, Gesteinsplaneten können jedoch auch aus anderen Grundbausteinen bestehen.

Pulsar-Planeten

Die ersten Exoplaneten die je entdeckt wurden umkreisen einen Pulsar. Sie sind regelmäßig tödlicher Dosis an Strahlung ausgesetzt. Diese macht Leben auf diesen seltsamen Planeten unmöglich.

Eisenplaneten

Der Merkur besteht zu 80% aus Eisen. Es wären auch Planeten denkbar, die komplett aus Eisen bestehen.

Hot Neptunes

Diesen neptungroßen Planeten blühte das selbe Schicksal wie ihre größeren Geschwistern, den Hot Jupiters.

Braune Zwerge

Braune Zwerge sind keine richtige Planeten, worüber ich schon einmal geschrieben habe. Doch sie können ebenfalls Teil eines Planetensystems oder sogar selbst das Zentralgestirn

Dies sind lange nicht alle Planetenklassen. Vermutlich gibt es auch noch unzählige, die wir noch nicht kennen. Es gibt beispielsweise auch eine Supervenus, einen extragalaktischen Planeten oder einen superhabitablen Planeten. Doch nun zum heute vorgestellten Planeten.

Wo die Sonne nie scheinet…

Unsere ersten beiden vorgestellten Planeten umkreisten einen G-Stern, einen Stern mit ähnlicher Masse, Größe und Leuchtkraft wie unsere Sonne. Diese Sterne sind jedoch eine kosmische Minderheit. 80% der Sterne in der Milchstraße sind sogenannte K-Sterne, die viel kleiner und leuchtschwächer sind als unser eigener Stern. Somit sind diese Sterne auch interessant für Exoplanetenforscher, denn die Sterne leben Billionen von Jahren, wesentlich länger, als das Universum bis jetzt existiert. Wenn um diese Sterne lebensfreundliche Planeten existieren würden, hätten potentielle Lebensformen Billionen Jahre Zeit um sich zu entwickeln.

Doch es gibt auch einige Probleme. K-Sterne sind extrem leuchtschwach. Das bedeutet, dass die Planeten ihrem Stern sehr nah kommen müssen, um genug Wärme zu empfangen. Die sogenannte habitable Zone, jener Bereich in der die Planeten ähnliche Temperaturen wie die Erde haben, liegt viel näher am Stern, als bei unserer Sonne. Wäre unsere Sonne ein K-Stern, hätte die Erde Temperaturen, die sich mit dem Pluto vergleichen ließen. Der sogenannte stellare Fluss stellt die Wärme dar, die ein Planet von seinem Stern empfängt. Die Erde hat den stellaren Fluss 1,0. Ideal für Leben.

OGLE-2005-BLG-390L b
So ungefähr stellen es sich Astronomen auf OGLE-2005-BLG-390L b vor.

Klein, dunkel und kalt

Der Planet um den es heute geht umkreist genau so einen K-Stern. Er braucht zehn Erdenjahre für einen Orbit. Der stellare Fluss ist also definitiv viel zu gering für Leben. Dies spiegelt sich auch in seiner Temperatur wieder. OGLE-2005-BLG-390L b hat eine Oberflächentemperatur von -220°C. Noch etwas unterscheidet ihn von den anderen zwei Planeten, über die ich bis jetzt schrieb. Sie waren beide große Gasplaneten, wie unser Jupiter. OGLE-2005-BLG-390L b ist jedoch ein kleiner Gesteinsplanet, wie unsere Erde. Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch auf.

„Klein“ ist hierbei auch relativ, schließlich bringt der Planet 5 Erdmassen auf die Waage. Damit gehört er jedoch trotzdem zu den kleinsten Exoplaneten, die je entdeckt wurden.  Auch gehört er mit 21.000 Lichtjahren Entfernung zu den Exoplaneten, die am weitesten von der Erde entfernt ist. Kalt, dunkel, klein und auch noch weit weg: Kein attraktives Ziel also.

OGLE-2005-BLG-390L b wurde mit Hilfe des sogenannten Mikrolinseneffektes nachewiesen. Mit seiner Hilfe wurden schon viele Exoplaneten entdeckt. Nach Einstein leiten große Massen Licht um. Ein Gesteinsbrocken mit fünffacher Erdmasse gehört zu diesen großen Massen.

Name: OGLE-2005-BLG-390L b

Zentralstern: OGLE-2005-BLG-390L

Entfernung zur Erde: 21.000 Lichtjahre

Masse: 5 Erdmassen

Orbit um Zentralstern: 10 Erdenjahre

Oberflächentemperatur: -220°C

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