Adventskalender: Kepler-34b

10.Dezember, Kepler-34b

Ich habe zur Weihnachtszeit ein Adventskalender entworfen. Jeden Tag, bis Weihnachten, erscheint ein kurzer Beitrag über einen verrückten Exoplaneten. 24 von 2000 fremden Welten, die seit 1990 entdeckt wurden. Auf einigen regnet es Eisen, wüten Superstürme oder brechen Eisvulkane aus. Lange dachte man unser Sonnensystem wäre einzigartig. Nun wissen wir: Planeten sind überall! Nun suchen Astronomen den Jackpot. Sie suchen einen Planeten, der unserer eigenen Heimat ähnelt.

Vorallem überraschte Planetenjäger die unglaubliche Vielfalt der Exoplaneten. Der Himmel wurde neu entdeckt. Es gibt wesentlich mehr Planetenklassen als nur die unseres Sonnensystems:

Supererden

Supererden sind wie unsere Erde – nur größer. Sie sind das vielversprechenste Ziel der Astronomen, denn unter den Supererden könnten einige Paradise für Leben sein. Gesteinsplaneten, mit der Masse von Gasplaneten nennt man Mega – Erden.

Hot Jupiter

In unserem Sonnensystem befinden sich die Gasplaneten weit entfernt von der Sonne. Wir stellen da jedoch die Ausname. Die meisten Gasplaneten sind im Laufe der Zeit immer näher an ihren Heimatstern gewandert und haben sich dabei stetig aufgehitzt. Die Geburt eines Hot Jupiters.

Ozeanplaneten

Ozeanplaneten sind von einem globalen Ozean bedeckt. Es gibt keine Landmasse auf solchen Planeten.

Kohlenstoffplaneten

Unsere Erde besteht vor allem aus Silikaten, Gesteinsplaneten können jedoch auch aus anderen Grundbausteinen bestehen.

Pulsar-Planeten

Die ersten Exoplaneten die je entdeckt wurden umkreisen einen Pulsar. Sie sind regelmäßig tödlicher Dosis an Strahlung ausgesetzt. Diese macht Leben auf diesen seltsamen Planeten unmöglich.

Eisenplaneten

Der Merkur besteht zu 80% aus Eisen. Es wären auch Planeten denkbar, die komplett aus Eisen bestehen.

Hot Neptunes

Diesen neptungroßen Planeten blühte das selbe Schicksal wie ihre größeren Geschwistern, den Hot Jupiters.

Braune Zwerge

Braune Zwerge sind keine richtige Planeten, worüber ich schon einmal geschrieben habe. Doch sie können ebenfalls Teil eines Planetensystems oder sogar selbst das Zentralgestirn

Dies sind lange nicht alle Planetenklassen. Vermutlich gibt es auch noch unzählige, die wir noch nicht kennen. Es gibt beispielsweise auch eine Supervenus, einen extragalaktischen Planeten oder einen superhabitablen Planeten. Doch nun zum heute vorgestellten Planeten.

Zwei Sonnen am Himmel

Kennt ihr den Exoplaneten aus Star Wars, der um zwei Sterne kreist, auf dem jeder Berg, jeder Stern und jedes Lebewesen zwei Schatten wirft? Nein, doch diesen Planeten gibt es wirklich, nämlich in 4.900 Lichtjahren, im Sternbild Schwan. Kepler-34b ist ein zirkumbinärer Planet, also ein Planet, welcher gleich zwei Sterne umrundet. Er ist ein Gasriese von der Masse des Saturns, welcher seine Zentralsterne in der habitablen Zone umkreist. Ob Leben auf einem potentiellen Exomond entstehen kann ist fraglich, da es wegen der zwei Sterne sehr ausgeprägte Jahreszeiten und riesige Temperaturunterschiede gibt. Denn wie so einige Planeten, ist Kepler-34b im Laufe der Zeit durch sein Sonnensystem gewandert. Doch eigentlich ist er nämlich in einer Zone entstanden, in der es viel zu kalt war, wahrscheinlich wird er die habitable Zone irgendwann wieder verlassen.

Kepler-34b
So könnte der Himmel auf einem zirkumbinären Planeten aussehen.

Eine stabile Umlaufbahn?

Lange hielt man es für unmöglich, dass in einem Doppelsternsystem Planeten entstehen können. Auch hielt man es für ausgeschlossen, dass sie eine stabile Umlaufbahn einnehmen würden. Doch Kepler-34b beweist das Gegenteil. Diese Erkenntnis ist so wichtig, da über die Hälfte aller Sterne Teil eines tMehrfachsternsystems sind. Wenn es auch um diese Sterne Planeten gibt, existieren also viel mehr Planeten, als bislang angenommen. Wie genau die Bedingungen auf solchen zirkumbinären Planeten sind, wissen wir noch nicht und auch ob es möglich wäre, dass auf solchen Planeten Leben entsteht ist noch unklar. Doch sicherlich werden wir schon bald mehr wissen.

Name: Kepler-34b

Zentralsterne: Kepler-34A und Kepler-34B

Entfernung zur Erde: 4.900 Lichtjahre

Masse: 0,22 Jupitermassen

Orbit um Zentralsterne: 289 Erdentage

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

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