Adventskalender: Gliese 876 b

13.Dezember, Gliese 876 b

Ich habe zur Weihnachtszeit ein Adventskalender entworfen. Jeden Tag, bis Weihnachten, erscheint ein kurzer Beitrag über einen verrückten Exoplaneten. 24 von 2000 fremden Welten, die seit 1990 entdeckt wurden. Auf einigen regnet es Eisen, wüten Superstürme oder brechen Eisvulkane aus. Lange dachte man unser Sonnensystem wäre einzigartig. Nun wissen wir: Planeten sind überall! Nun suchen Astronomen den Jackpot. Sie suchen einen Planeten, der unserer eigenen Heimat ähnelt.

Vorallem überraschte Planetenjäger die unglaubliche Vielfalt der Exoplaneten. Der Himmel wurde neu entdeckt. Es gibt wesentlich mehr Planetenklassen als nur die unseres Sonnensystems:

Supererden

Supererden sind wie unsere Erde – nur größer. Sie sind das vielversprechenste Ziel der Astronomen, denn unter den Supererden könnten einige Paradise für Leben sein. Gesteinsplaneten, mit der Masse von Gasplaneten nennt man Mega – Erden.

Hot Jupiter

In unserem Sonnensystem befinden sich die Gasplaneten weit entfernt von der Sonne. Wir stellen da jedoch die Ausname. Die meisten Gasplaneten sind im Laufe der Zeit immer näher an ihren Heimatstern gewandert und haben sich dabei stetig aufgehitzt. Die Geburt eines Hot Jupiters.

Ozeanplaneten

Ozeanplaneten sind von einem globalen Ozean bedeckt. Es gibt keine Landmasse auf solchen Planeten.

Kohlenstoffplaneten

Unsere Erde besteht vor allem aus Silikaten, Gesteinsplaneten können jedoch auch aus anderen Grundbausteinen bestehen.

Pulsar-Planeten

Die ersten Exoplaneten die je entdeckt wurden umkreisen einen Pulsar. Sie sind regelmäßig tödlicher Dosis an Strahlung ausgesetzt. Diese macht Leben auf diesen seltsamen Planeten unmöglich.

Eisenplaneten

Der Merkur besteht zu 80% aus Eisen. Es wären auch Planeten denkbar, die komplett aus Eisen bestehen.

Hot Neptunes

Diesen neptungroßen Planeten blühte das selbe Schicksal wie ihre größeren Geschwistern, den Hot Jupiters.

Braune Zwerge

Braune Zwerge sind keine richtige Planeten, worüber ich schon einmal geschrieben habe. Doch sie können ebenfalls Teil eines Planetensystems oder sogar selbst das Zentralgestirn

Dies sind lange nicht alle Planetenklassen. Vermutlich gibt es auch noch unzählige, die wir noch nicht kennen. Es gibt beispielsweise auch eine Supervenus, einen extragalaktischen Planeten oder einen superhabitablen Planeten. Doch nun zum heute vorgestellten Planeten.

Eine Laplace-Resonanz

Wie im Sonnensystem die drei Jupitermonde Ganymed, Io und Europa stehen Gliese 876 b, c und e in eine sogenannten Laplace-Resonanz, was bedeutet, dass während Gliese 876 b zwei Umrundungen schafft,

Gliese 876 c 4 Umrundungen schafft

und Gliese 876 e 1 Umrundung schafft

Die Planeten sind Vermutlich in weiter Entfernung von ihrem Stern entstanden. Gliese 876 b ist bis in die habitable Zone gewandert. Doch der Planet liegt am inneren Rand der habitablen Zone und ist deshalb vermutlich zu warm für das Kondensieren von Wasser. Dadurch können sich keine Wasserwolken auf dem Gasplaneten bilden. Aber für Silikatwolken wiederum ist er zu kalt. Doch nicht nur deshalb ist der Planet lebensfeindlich, denn durch die Gasschichten kommt es auf solchen Planeten oft zu heftigen Blitzen.

Gliese 876 b
Wie die Io, Ganymede und Europa stehen die Planeten von Gleise 876 in einer Laplace-Resonanz.

Wolkenfrei

Nur durch die besondere Lage in seinem Sternsystem ist der Planet wolkenfrei. Denn er befindet sich etwa auf dem Orbit des Planeten Merkur. Doch da er um einen Roten Zwergstern umkreist, ist der stellare Fluss relativ ähnlich wie der der Erde. Aber diese Annahmen beruhen darauf, dass die Atmosphäre des Planten jupiterähnlich ist und ein Treibhauseffekt beginnt. Denn die Entfernung zum Stern ist eben nur eine Eigenschaft, die einen Planeten prägt.

Die Mechanik einer Laplace-Resonanz am Beispiel der Jupitermonde

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