Adventskalender: Gliese 436b

5.Dezember, Gliese 436b

Ich habe zur Weihnachtszeit ein Adventskalender entworfen. Jeden Tag, bis Weihnachten, erscheint ein kurzer Beitrag über einen verrückten Exoplaneten. 24 von 2000 fremden Welten, die seit 1990 entdeckt wurden. Auf einigen regnet es Eisen, wüten Superstürme oder brechen Eisvulkane aus. Lange dachte man unser Sonnensystem wäre einzigartig. Nun wissen wir: Planeten sind überall! Nun suchen Astronomen den Jackpot. Sie suchen einen Planeten, der unserer eigenen Heimat ähnelt.

Vorallem überraschte Planetenjäger die unglaubliche Vielfalt der Exoplaneten. Der Himmel wurde neu entdeckt. Es gibt wesentlich mehr Planetenklassen als nur die unseres Sonnensystems:

Supererden

Supererden sind wie unsere Erde – nur größer. Sie sind das vielversprechenste Ziel der Astronomen, denn unter den Supererden könnten einige Paradise für Leben sein. Gesteinsplaneten, mit der Masse von Gasplaneten nennt man Mega – Erden.

Hot Jupiter

In unserem Sonnensystem befinden sich die Gasplaneten weit entfernt von der Sonne. Wir stellen da jedoch die Ausname dar. Die meisten Gasplaneten sind im Laufe der Zeit immer näher an ihren Heimatstern gewandert und haben sich dabei stetig aufgehitzt. Die Geburt eines Hot Jupiters.

Ozeanplaneten

Ozeanplaneten sind von einem globalen Ozean bedeckt. Es gibt keine Landmasse auf solchen Planeten.

Kohlenstoffplaneten

Unsere Erde besteht vor allem aus Silikaten, Gesteinsplaneten können jedoch auch aus anderen Grundbausteinen bestehen, z.B Kohlenstoff.

Pulsar-Planeten

Die ersten Exoplaneten die je entdeckt wurden umkreisen einen Pulsar. Sie sind regelmäßig tödlicher Dosis an Strahlung ausgesetzt. Diese macht Leben auf diesen seltsamen Planeten unmöglich.

Eisenplaneten

Der Merkur besteht zu 80% aus Eisen. Es wären auch Planeten denkbar, die komplett aus Eisen bestehen.

Hot Neptunes

Diesen neptungroßen Planeten blühte das selbe Schicksal wie ihre größeren Geschwistern, den Hot Jupiters.

Braune Zwerge

Braune Zwerge sind keine richtige Planeten, worüber ich schon einmal geschrieben habe. Doch sie können ebenfalls teil eines Planetensystems oder sogar selbst das Zentralgestirn

Dies sind lange nicht alle Planetenklassen. Vermutlich gibt es auch noch unzählige, die wir noch nicht kennen. Es gibt beispielsweise auch eine Supervenus, einen extragalaktischen Planeten oder einen superhabitablen Planeten. Doch nun zum heute vorgestellten Planeten.

Ein heißer Neptun

Am Rande unseres Sonnensystem zieht der Neptun seine Bahnen, weiter von jedem anderen Planeten entfernt, als alle anderen größeren Himmelskörper des Sonnensystems. Der Neptun ist ein kleiner Gasriese mit einer stürmischen Atmosphäre und einem festen Kern. Er ist blau, da seine Bestandteile das blaue Licht reflektieren. Seine Masse liegt zwischen den Gesteinsplaneten und den großen Gasriesen, da er in der Entstehungsphase des Sonnensystems nicht mehr genug Material abbekommen hat, um auf die Größe von Jupiter und Saturn anzuwachsen.

Gliese 436b hat ungefähr die selbe Masse, wie Neptun und ähnliche Eigenschaften, umkreist seinen Stern jedoch in 4,3 Mio. km Entfernung und erhält somit einen stellaren Fluss von 29,5. Für jegliches Leben ist er viel zu heiß. Er gehört einer neuen Planetenklasse an, den „Hot Neptunes“. Und es klingt verrückt, aber unter der dünnen Gashülle von Gliese 436b soll sich Wasser befinden…

Gliese 436b
Ein neptungroßer Planet, in der Nähe seines Zentralsternes.

Ein Schweif aus Helium

Der Aufbau des Planeten ist bemerkenswert, da er von einer dünnen Hülle aus Wasserstoff und Helium umgeben wird. Da diese aufgeheizt wird, entweichen diese Gase ins All, die Folge ist ein riesiger Schweif, den der Planet mit sich zieht. Pro Sekunde verliert Gliese 436b dabei bis zu 1000 t Wasserstoff und Helium, denn bereits mehrere Stunden bevor sich der Planet vor seinen Stern schiebt, beginnt dieser sich im UV-Spektrum zu verdunkeln, in allen anderen Bereichen bleibt seine Helligkeit aber noch konstant. Das liegt daran, dass der Wasserstoff- und Heliumschweif nur das UV-Licht dämmt.

„gefrorenes“ Wasser, bei höllischer Hitze

Der kleine K-Stern heizt den Planeten, wegen seiner großen Nähe so richtig auf. Doch durch den ungeheuren Druck, der im inneren des Planeten herrscht, wird eine Schicht von komprimiertem Wasser vermutet, welche den Kern umgibt. Dieser selber ist jedoch relativ klein, da der Druck in der Mitte des Planeten ungeahnte Dimensionen annimmt. Er könnte über 1.000.000 bar liegen, ähnlich wie die Temperatur, die im Kern auf 9000 K ansteigt. Da Hot Neptunes ein sehr starkes Magnetfeld besitzen, kann nicht die gesamte Atmosphäre entweichen und der Mantel bleibt geschützt.

Interssant: Möglicherweise sind Hot Neptunes nur Hot Jupiters, die ihrem Stern so nah gekommen sind, dass der Großteil der Atmosphäre schon verschwunden ist. Millionen Jahre später würde sich der Hot Neptune in einen Gesteinsplaneten verwandeln, da dann nur noch der Gesteinskern übrig ist.

Name: Gliese 436b

Zentralstern: Gliese 436

Entfernung zur Erde: ca. 33 Lichtjahre

Masse: ca. 1 Neptunmasse

Orbit um Zentralstern: 2 Erdentage und 15 Stunden

So könnte der „Hot Neptune“ aussehen.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

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