Adventskalender: 55 Cancri e

21.Dezember, 55 Cancri e

Ich habe zur Weihnachtszeit ein Adventskalender entworfen. Jeden Tag, bis Weihnachten, erscheint ein kurzer Beitrag über einen verrückten Exoplaneten. 24 von 2000 fremden Welten, die seit 1990 entdeckt wurden. Auf einigen regnet es Eisen, wüten Superstürme oder brechen Eisvulkane aus. Lange dachte man unser Sonnensystem wäre einzigartig. Nun wissen wir: Planeten sind überall! Nun suchen Astronomen den Jackpot. Sie suchen einen Planeten, der unserer eigenen Heimat ähnelt.

Vorallem überraschte Planetenjäger die unglaubliche Vielfalt der Exoplaneten. Der Himmel wurde neu entdeckt. Es gibt wesentlich mehr Planetenklassen als nur die unseres Sonnensystems:

Supererden

Supererden sind wie unsere Erde – nur größer. Sie sind das vielversprechenste Ziel der Astronomen, denn unter den Supererden könnten einige Paradise für Leben sein. Gesteinsplaneten, mit der Masse von Gasplaneten nennt man Mega – Erden.

Hot Jupiter

In unserem Sonnensystem befinden sich die Gasplaneten weit entfernt von der Sonne. Wir stellen da jedoch die Ausname. Die meisten Gasplaneten sind im Laufe der Zeit immer näher an ihren Heimatstern gewandert und haben sich dabei stetig aufgehitzt. Die Geburt eines Hot Jupiters.

Ozeanplaneten

Ozeanplaneten sind von einem globalen Ozean bedeckt. Es gibt keine Landmasse auf solchen Planeten.

Kohlenstoffplaneten

Unsere Erde besteht vor allem aus Silikaten, Gesteinsplaneten können jedoch auch aus anderen Grundbausteinen bestehen.

Pulsar-Planeten

Die ersten Exoplaneten die je entdeckt wurden umkreisen einen Pulsar. Sie sind regelmäßig tödlicher Dosis an Strahlung ausgesetzt. Diese macht Leben auf diesen seltsamen Planeten unmöglich.

Eisenplaneten

Der Merkur besteht zu 80% aus Eisen. Es wären auch Planeten denkbar, die komplett aus Eisen bestehen.

Hot Neptunes

Diesen neptungroßen Planeten blühte das selbe Schicksal wie ihre größeren Geschwistern, den Hot Jupiters.

Braune Zwerge

Braune Zwerge sind keine richtige Planeten, worüber ich schon einmal geschrieben habe. Doch sie können ebenfalls Teil eines Planetensystems oder sogar selbst das Zentralgestirn

Dies sind lange nicht alle Planetenklassen. Vermutlich gibt es auch noch unzählige, die wir noch nicht kennen. Es gibt beispielsweise auch eine Supervenus, einen extragalaktischen Planeten oder einen superhabitablen Planeten. Doch nun zum heute vorgestellten Planeten.

Eine neue Art von Supererden

Alle Supererden waren bis jetzt vollkommen von Wasser bedeckt, oder trocken wie der Mars, doch man muss zwischen drei Arten von Supererden unterscheiden. Die dritte ist bizarr, fremdartig und selten, doch nicht weniger interessant. Die Rede ist von Kohlenstoffplaneten. Doch anders als die Erde, welche überwiegend aus Silikaten besteht, setzt sich ein Kohlenstoffplanet, wie der Name schon sagt aus Kohlenstoff, Diamant und Graphit zusammen. Und Wissenschaftler sind gerade dabei diese mysteriöse Planetenklasse zu erforschen. 55 Cancri e ist der erste Kohlenstoffplanet um einen Sonnenähnlichen Stern. Seine Oberfläche zieren wahrscheinlich Berge aus Diamant und Ozeane aus Öl. Eine Spezies auf 55 Cancri e hat ganz sicher kein Problem mit Rohstoffen – wenn es diese Spezies gibt, denn ob Lebewesen in Ölmeeren existieren können ist fraglich.

55 Cancri e
Da draußen existiert eine neue Art von Supererden, doch die Chemie dieser „Kohlenstoffplaneten“ ist uns komplett fremd.

Alles Kohlenstoff!

Die Chemie eines Kohlenstoffplaneten ist uns fremd. Anders als auf anderen Supererden darf die Temperatur auf einem Kohlenstoffplaneten 80°C nicht übersteigen, um eine Atmosphäre zu haben. Denn bei über 80°C können sich keine komplexeren Moleküle bilden und so kann auch keine Atmosphäre entstehen. Doch ob es auf 55 Cancri e so etwas wie einen Kohlenstoffkreislauf gibt und wie er funktioniert wissen wir nicht, wie Lebewesen in einem Ölozean aussehen wissen wir nicht und wie selten die Planetenklasse wirklich ist wissen wir nicht.

In unserer Umgebung gibt es nicht viele Kohlenstoffplaneten, doch im galaktischen Zentrum sieht das schon anders aus. Denn dort ist die Konzentration von Kohlenstoff deutlich höher. Planeten sind dort wesentlich kohlenstoffreicher, denn in der protoplanetaren Scheibe gibt es mehr Kohlenstoff als Silikate. Doch auf unserer Erde gibt es mehr Silikate als Kohlenstoff. Dies gibt uns bedeutende Kenntnisse über das gesamte Universum, denn die Sterne, um die Kohlenstoffplaneten kreisen sind sehr alt. Das bedeutet, dass die ersten Planeten im Universum Kohlenstoffplaneten waren und somit auch die ersten Lebewesen auf Kohlenstoffplaneten entstanden sein könnten.

Name: 55 Cancri e

Zentralstern: Copernicus A

Entfernung zur Erde: 40,9 Lichtjahre

Masse: 7,8 Erdmassen

Orbit um Zentralstern: 18 Stunden

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.